Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeitvon Individuen, Institutionen und Gesellschaften, ihre Rolle in der digitalen Welt eigenständig, selbstbestimmt und sicher auszuüben. Diese Definition betont die Autonomie und Unabhängigkeit im Umgang mit digitalen Technologien und Daten. Die Bedeutung des Themas wird durch die Aufnahme als Fokusthema in die «Strategie Digitale Schweiz» betont.

Die digitale Souveränität erstreckt sich auf verschiedene Ebenen:

  1. Auf individueller Ebene bedeutet digitale Souveränität, dass Einzelpersonen über die Kompetenz und Befugnis verfügen, digitale Technologien sicher und effektiv zu nutzen. Dies umfasst sowohl technisches Know-how als auch das Bewusstsein für Datenschutz und Informationssicherheit.
  2. Auf institutioneller Ebene bezieht sich digitale Souveränität auf die Fähigkeit von Organisationen und Unternehmen, ihre digitalen Infrastrukturen unabhängig zu verwalten und zu kontrollieren. Dies beinhaltet die Nutzung von vertrauenswürdigen Informationstechnologien und die Reduzierung der Abhängigkeit von einzelnen Anbietern.
  3. Auf gesellschaftlicher Ebene geht es um die Souveränität einer Gesellschaft oder eines Staates im Umgang mit digitalen Technologien und Daten. Dies umfasst die Entwicklung digitaler Kompetenzen auf breiter Ebene sowie die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen zur Sicherung digitaler Autonomie

Die Umsetzung von digitaler Souveränität entlang der drei Ebenen erfordert eine Reihe von Massnahmen. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Bildung und Schulung, um das Bewusstsein für digitale Kompetenzen zu schärfen. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass Menschen aller Altersgruppen die notwendigen Fähigkeiten erlernen, um sich in der digitalen Welt zurechtzufinden. Ein weiterer Schlüsselaspekt ist die technologische Unabhängigkeit. Institutionen und Unternehmen sollten bestrebt sein, ihre Abhängigkeit von einzelnen Technologieanbietern zu minimieren. Stattdessen sollte auf offene Standards, Open-Source-Produkte und interoperable Lösungen gesetzt werden. Edulog spielt dabei eine entscheidende Rolle bei der Förderung der digitalen Souveränität im Schweizer Bildungssystem. Durch standardisierte Protokolle ermöglicht Edulog die unabhängige Nutzung von Online-Diensten. Gleichzeitig werden durch die Nutzung von Edulog Risiken betreffen Datenschutz und Informationssicherheit minimiert. Ebeso ist im Bildungsbereich der politische Wille zur digitalen Souveränität von entscheidender Bedeutung. Es ist unerlässlich, dass das Bildungssystem Massnahmen ergreift, um die digitale Souveränität ihrer Schülerinnen und Schüler zu schützen und zu fördern. Dazu gehören die umfassende Implementierung von Datenschutzgesetzen, Cybersicherheitsrichtlinien und Investitionen in systemübergreifende digitale Infrastrukturen.

Insgesamt ist digitale Souveränität ein grundlegendes Konzept für die Gestaltung einer digitalen Zukunft, die den Bedürfnissen und Interessen der Menschen gerecht wird. Durch die Stärkung der digitalen Autonomie kann sichergestellt werden, dass die Chancen und Potenziale der digitalen Transformation zum Wohle aller genutzt werden.

«  Edulog ist ein hervorragendes Beispiel für digitale Souveränität in der Schweiz  »
Alexandre Desoubeaux

Facile.Education ist ein Bildungsnetzwerk, das den Zugang zu digitalen Diensten und Ressourcen von Bildungseinrichtungen auf einer einzigen Plattform zentralisiert. Der Online-Dienst, der auf einer Open-Source-Lösung basiert und von der Firma Weprode betrieben wird, ist gerade Edulog beigetreten. Zu diesem Beitritt und zur digitalen Souveränität im Bildungswesen äussert sich CEO Alexandre Desoubeaux.

Wie kann die digitale Souveränität für Online-Dienste in der Bildung umgesetzt werden?

Erstens ist es wichtig, eine sichere und datenschutzfreundliche IT-Infrastruktur aufzubauen, um Daten und Systeme zu schützen. Die Förderung des Einsatzes freier und offener Softwarelösungen ist ein wichtiger Schritt, um Transparenz, Flexibilität in Bezug auf die Bedürfnisse der Nutzer und Unabhängigkeit von kommerziellen Anbietern zu bieten.

Zweitens ist es entscheidend das Bewusstsein und die Unterstützung von politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern zu gewinnen. Die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Akteuren des Bildungssektors, wie Schulen, Bildungsbehörden, Online-Anbietern, Forschungslabors, Lehrerverbänden und Schulleitungen, fördert die Innovation und die Entwicklung geeigneter digitaler Lösungen. Durch die Schaffung geeigneter rechtlicher Rahmenbedingungen und öffentlicher Massnahmen können die Besonderheiten des Bildungssektors berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass die Rechte und Interessen der Bildungsgemeinschaft geschützt sind. Schliesslich erscheint auch die Entwicklung von öffentlich-privaten Partnerschaften als ein wichtiger Aspekt, der in Betracht gezogen werden muss, um dieses Ziel der Souveränität zu erreichen.

Edulog ist ein hervorragendes Beispiel für digitale Souveränität in der Schweiz im Bereich der Verwaltung von Benutzeridentitäten.

Wie lässt sich die Idee von «kostenlosen» Open-Source-Lösungen mit einem kostenpflichtigen Online-Dienst, Facile.Education, vereinbaren?

Open-Source-Lösungen sind in der Regel lizenzkostenfrei, können aber Kosten für Entwicklung, Wartung und Support mit sich bringen. Unternehmen, die Dienstleistungen auf der Grundlage von Open-Source-Lösungen anbieten, können für ihr Fachwissen, ihre Wertschöpfung, den Betrieb der Lösungen und den Support Gebühren berechnen. Facile.Education ist eine komplexe Softwareplattform, die für ihre Implementierung und ihren Betrieb technische Fähigkeiten erfordert.

Wir sind von den Stärken und Werten von Open Source überzeugt. Da wir uns auf ein dienstleistungsorientiertes Geschäftsmodell stützen, ermöglicht uns dies, unser Angebot flexibel zu gestalten und massgeschneiderte Dienstleistungen anzubieten, je nach dem vom Kunden gewünschten Grad der Intervention. Die finanzielle Investition fliesst beispielsweise in die Anpassung des Produkts an spezifische pädagogische Bedürfnisse, den Betrieb der Systeme oder auch in den Kompetenztransfer und den Support. Durch die Verwendung von Open-Source-Lösungen als Grundlage können so Kosten gesenkt und von Innovationen aus der Gemeinschaft profitiert werden, während gleichzeitig kostenpflichtige Mehrwertdienste angeboten werden.

Welchen Mehrwert bringt der Beitritt von Facile.Education zu Edulog?

Der Beitritt von Facile.Education zu Edulog ist ein wichtiger Schritt, um die Verwaltung der Zugänge zum Dienst zu vereinfachen und so eines unserer Ziele zu erreichen: den Alltag der Bildungsgemeinschaft zu erleichtern. Die Nutzerinnen und Nutzer profitieren von einer beträchtlichen und wertvollen Zeitersparnis, da sie von der Vielzahl der Anwendungskonten befreit werden. Natürlich stärkt diese Partnerschaft das Prinzip der Souveränität und garantiert gleichzeitig ein bemerkenswertes Sicherheitsniveau, was ein weiterer grosser Vorteil für unsere Nutzerinnen und Nutzer ist.

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